Link verschicken   Drucken
 

Die Mühle

Aufrecht im Mühlenhaus steht der Hausbaum, er ruht auf einem Balkenkreuz (dem Bock) und hat am oberen Ende einen dicken Zapfen. Um den Zapfen dreht sich der waagerechte Tragbaum, an dem das ganze Mühlenhaus aufgehängt ist.. Die Achse des Hausbaums befindet sich etwa 4/9 von der Windwand und 5/9 von der Hinterwand entfernt, somit fällt die Mühle nicht um.

 

Mit Hilfe des Steert wird die Mühle in den Wind gedreht, diese Arbeit übernahm der Müller selbst oder er hatte dafür Zugtiere. Das Flügelkreuz ist auf der Königswelle befestigt, die Hauptantriebswelle der Windmühle, von hier aus werden über Kammräder und Stockgetriebe alle Maschinen angetrieben. Die Flügel waren mit Tüchern oder Windbrettern, später mit verstellbaren Jalousien bestückt. Die Jalousien wurden in Abhängigkeit von der Windstärke verstellt, da die Königswelle nur bis zu einer bestimmten Drehzahl arbeiten durfte. Diese Einstellung wurde in machen Mühlen auch automatisch über einen Fliehkraftregler vorgenommen, der mit der Königswelle verbunden war.

 

Der Mahlgang: Die Antriebskraft wird von einem Stockgetriebe auf die Getriebewelle (Mühlenspindel) übertragen. Diese geht mittig durch den Bodenstein, trägt und bewegt den Läuferstein. Durch die Haue ist die Mühlenspindel fest mit dem Läuferstein verbunden.

 

Das Getreide wurde in einen trichterförmigen Behälter über dem Mahlgang geschüttet, fiel über einen Rüttelschuh durch das Läuferauge zwischen die Steine und wurde zermahlen. Die Bütte umschloss die Mahlsteine und hielt das Mahlgut zusammen, so dass es nur durch das Mehlloch abfließen konnte. Zur Mehlgewinnung selbst diente das Beutelwerk, ein Schlauch aus Spezialgewebe. Das Mahlgut fiel hinein, die Beutel wurden durch ein Hebelsystem geschüttelt und das feine Mehl fiel durch das Gewebe in den Mehlkasten, die Kleie in den Kleiekasten. In die Mahlsteine waren Luft- und Mahlfurchen gehauen, die Mahlfeinheit wurde durch den Abstand der Steine gesteuert.